
Wahrhaftig ein Lehrbuch - Mir gefiel es nicht. Zu viele Fremdwörter (die dann auch noch mit Fremdwörtern oder gar nicht erklärt wurden) und abstrakte Definitionen. Beim lesen hatte ich ein ähnliches Gefühl, wie wenn ich ein Anwaltsschreiben lesen würde. Manche Schulbücher (vornehmlich Politik, Wirtschaft und Geschichte) sind ähnlich geschrieben - Anlass, Ursache, Begriffsklärungen (ohne lebendige Beispiele). Die fand ich schon immer langweilig und gar nicht lehrreich. So trocken, humorlos und fachidiotisch. Einige Dinge (Ausgabe 2001) sind auch schon veraltet (Gefühle in einer Mediation zu unterdrücken wird wohl keiner mehr ernsthaft in Betracht ziehen). Für den Normalgebrauch nur geeignet, wenn man mit Beamtendeutsch keine Schwierigkeiten hat, ansonsten wirklich nur von? und für Juristen. Inhaltlich werden bearbeitet: Geschichte der Mediation, Möglichkeiten der Konfliktlösung, Wie soll ein Mediator sein, Konfliktformen, Psychologie der Gerechtigkeit, Emotionen, Kreativität, Ablauf einer Mediation, Erfolgreiche Mediation.
Hervorragender, fundierter und gut strukturierter Einstieg - Das Buch zielt nicht unbedingt, wie es eine andere Rezensentin schreibt, nur auf Psychologen und Juristen als Zielgruppe ab. Diese stellen jedoch den Großteil der in der Praxis tätigen Mediatoren dar, und staatliche anerkannte Zusatzausbildungen zum Mediator richten sich zumindest vorrangig an diese. Daran wird offensichtlich mit der Untertitelgebung angeschlosssen. Auch den Einwand mit der weiblichen Sprachform kann ich nicht nachvollziehen. Dieser behindert m.E. meist erheblich die Leseflüssigkeit und leistet keinen nennenswerten Beitrag zur faktischen (nicht nur sprachgebrauchsmäßigen) Geschlechtergleichstellung. Frau Prof.Dr.Elisabeth Kals hatte als Autorin offensichtlich eine ähnliche Ansicht.Das Buch gibt einen detaillierten Überblich über die verschiedenen Phasen des Mediationsprozesses. Diese werden ausführlich dargestellt, Vorgehensweisen und Begründungen für die Schritte werden gegeben. Schön ist auch die Einordnung der Mediation in die verschiedenen Formen der Konfliktbearbeitung, sowie die praxisorientierte Darstellung verschiedener Konflikttypen.Montada & Kals stellen zudem wesentliche psychologische Erkenntnisse aus verschiendensten für das Thema bedeutsamen Bereichen verständlich dar,ohne dabei in unverständlichen Fachjargon abzudriften, und machen sie für die Mediation nutzbar, so z.B. typische Wahrnehmungsverzerrungen und Urteilsfehler.Was das Buch von anderen abhebt ist, dass es einen hervorragenden Überblick und ein gutes Verständnis für die Psychologie der Gerechtigkeit liefert, die weit mehr ist und oft anders abläuft, als dies normative Zugänge zu Gerechtigkeit (d.h. solche, die sich damit beschäftigen, was in bestimmten Situationen oder allgemein als gerecht anzusehen sein *soll(te)*.) vermuten lassen. Auch leistet es einen guten Beitrag zur Aufmerksamkeit dafür, wo man Klienten Eigennutz unterstellen kann und wo man sie greifen kann an ihrer Gerechtigkeitsmotivation.Das Buch beinhaltet gute eigene Kapitel zur Psychologie der Gerechtigkeit, zu Kreativität und Kreativitätstechniken, zu mediationsrelevanten Emotionen, deren Identifizierung und Nutzbarmachung im Mediationsprozess sowie Steuerungsmöglichkeiten hinderlicher Emotionen, zu Konfliktformen und zu Merkmalen erfolgreicher Mediation und Mediatoren.Insgesamt bietet es einen hervorragenden, sehr fundierten und gut strukturierten Einstieg in das Thema Mediation.
Gut zu lesen und sehr hilfreich! - Das Buch zeichnet sich durch eine exzellente Gliederung aus. Die einzelnen Abschnitte und Themen sind angenehm kurz gefasst. Dabei sind sie keinesfalls oberflächlich, sondern jeder Satz ist informativ. Auf überfüssige und langatmige Ausführungen wird verzichtet, was das Buch von vielen anderen Lehrbüchern abhebt. Sprachlich ist das Buch hervorragend, es liest sich sehr flüssig und durch viele anschauliche und praxisnahe Beispiele wird es dem Leser wirklich leicht gemacht, aufmerksam zu bleiben. Inhaltlich ist es sehr informativ und erfüllt rundum den Anspruch, für die Praxis tauglich zu sein. Insgesamt ist das Buch erheblich spannender als sein trockener Titel es erwarten lässt.
Ein klasse Einstieg - Das Buch ist allen zu empfehlen, die eher kopflastig an das Thema Mediation herangehen und sich in dem gut gegliederten Buch einen Überblick verschaffen wollen. Ein klein wenig nervig ist die Konzentration auf Juristen und Psychologen - es gibt auch viele andere Fachrichtungen, die gut in der Mediation arbeiten können. Und ich finde Bücher, die im 21.Jahrhundert immer noch finden, dass die weibliche Sprachform von der männlichen eingeschlossen ist, etwas out - zumal einem solchen Thema, wo auch die Sensibilität und Unterschiede eine wesentliche Rolle spielen.